Für ein Kommunikationsnetz
mit mehr Schutz und weniger Strahlung

Nichtionisierende Strahlung (NIS) können wir weder sehen noch hören, riechen oder fühlen. Und doch hat sie Auswirkungen auf das Leben. In der Natur gibt es sie als Folge der solaren und geo-magnetischen Aktivität sowie atmosphärischer elektrischer Entladungen. Die Forschung hat Zusammenhänge etwa mit der Häufigkeit von Kopfschmerzen oder Verkehrsunfällen gefunden. 
Um viele Grössenordnungen stärker ist heute jedoch die technisch erzeugte NIS, und sie ist allgegenwärtig. Ihre Auswirkungen nehmen zahlreiche Menschen wahr. Viele leiden derart darunter, dass sie sich schützen müssen. Im Alltag weichen sie starken Belastungen möglichst aus. Von Wohnungen mit viel Mobilfunkantennen- und WLAN-Strahlung ziehen sie weg, oder sie suchen die Strahlung abzuschirmen.

Technisch erzeugte NIS tritt in drei Formen auf: elektrisch, magnetisch und elektromagnetisch:

  • Die beiden niederfrequenten Formen, das elektrische und das magnetische Feld, treten vor allem bei den Bahnen, Stromleitungen, Trafos, allen Haushaltgeräten vom Staubsauger bis zum Induktionskochherd, bei Lampen, Bürogeräten und elektrisch angetriebenen Maschinen auf.

  • Mit der hochfrequenten elektromagnetischen Strahlung arbeiten alle Funkdienste. Den grössten Beitrag leistet der Mobilfunk 2G, 3G, 4G, 5G mit Sendeantennen, Smartphones, Tablets und Modems. Ausserdem wird Strahlung in unserer häuslichen Umgebung ausgesendet von den in Funknetzwerken (WLAN) verbundenen Geräten wie Computer, Router, Drucker, Fernseher und TV-Box, von Bluetooth-Geräten wie drahtlose Maus und Tastatur, TV-Fernbedienung und Kopfhörer, von vernetzten Haushaltgeräten, Funkwasserzählern und vielen weiteren Funkquellen.

Der rasant zunehmende mobile Datenverkehr, die parallelen Netze mehrerer Mobilfunkbetreiber, die IoT-Netze (Internet of Things), der WLAN-Dauerbetrieb (auch bei Nichtbenutzung) bewirken, dass wir 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche immer stärker bestrahlt werden. Nirgends können wir uns der NIS entziehen, weder im öffentlichen Raum noch an der Arbeit oder zuhause – und nicht einmal im Bett für die gesundheitlich so wichtige nächtliche Erholung unseres Organismus. Über Ausmass und Gefahren unserer Belastung mit NIS werden wir nur unzureichend oder gar nicht informiert, wie es in der Vergangenheit beispielsweise beim Rauchen und dem Asbest geschah. Die gesundheitlichen Folgen der NIS werden in der öffentlichen Diskussion systematisch heruntergespielt.

Nicht nur Menschen, auch Tiere und Pflanzen leiden unter der Strahlung. Die Milchleistung von Nutzvieh wird von elektromagnetischen Feldern und Strahlung beeinträchtigt. Haustiere sind in Wohnungen genauso durch WLAN-Strahlung betroffen wie ihre Halter. Ferner weisen Studien darauf hin, dass Mobilfunkstrahlung eine der Ursachen für schwindende Populationen von Vögeln, Insekten und Amphibien sein könnte. Hier müssen mögliche Zusammenhänge weiter untersucht werden. Baumschäden infolge Rundfunkstrahlung wurden bereits in den 80er Jahren dokumentiert. Mittlerweile wurde durch eine wissenschaftliche Studie auch ein Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlung und Baumschäden nachgewiesen.

«Bräuchte die Strahlung der Mobilfunkantennen nicht mehr die Mauern unserer Wohnungen durchdringen, wäre die Versorgung mit Internet und Telefonie gesundheits- und umweltverträglicher.»

Thomas Hardegger, Alt-Nationalrat und Mitglied des Initiativkomitees

Mobilfunk schädigt unsere Gesundheit

Mit der flächendeckenden Mobilfunkstrahlung leben wir nun bald drei Jahrzehnte. Mit jeder neuen technologischen Generation steigen Bandbreite, Dynamik und Komplexität der Funksignale und damit auch deren biologische Einwirkungen. Die Praxiserfahrung zeigt, dass ein Teil der Bevölkerung mehr oder weniger bewusst darunter leidet und teilweise besonders empfindlich reagiert. Eine Schweizer Studie ergab, dass mindestens 8% der Bevölkerung "elektrosensibel" ist, die Dunkelziffer nicht eingeschlossen. Diese Menschen bekommen von der NIS, vor allem vom Mobilfunk, gesundheitliche Beschwerden, wie empirische Untersuchungen zeigen. Ihr Alltagsleben ist entsprechend beeinträchtigt. Auf die Dauer können sie ernsthaft erkranken. Auch wenn Elektrohypersensibilität in unserem Land als Krankheitsbild nicht anerkannt ist, hätte angesichts der schon hohen Zahl betroffener Personen längst eine ernsthafte öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema stattfinden müssen. Wenn sich die Kommunikationsnetze vermehren und die Strahlungsbelastung weiter ansteigt, wird der Bevölkerungsteil der Leidenden weiter zunehmen. Ärzte und Wissenschaftler warnen weltweit, dass vor allem die Auswirkungen auf unsere Kinder und die folgenden Generationen aufgrund des Schädigungspotentials nicht zu unterschätzen sind. 

Funkstrahlung setzt unsere Körperzellen unter Stress und schädigt unsere Gesundheit. Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen und Schlafstörungen sind die Spitze eines Eisbergs. Die Abnahme der Fruchtbarkeit, die Zunahme gewisser Krebsarten und der Alzheimer-Erkrankungen beim Menschen sowie beunruhigende Erscheinungen in der Tierwelt wie etwa der Insektenrückgang werden mit allen möglichen Ursachen in Verbindung gebracht, nur nicht mit der NIS – obwohl es zum Thema bereits zahlreiche wissenschaftliche Publikationen gibt. Mit einer derartigen Nebenwirkungsquote würde kein Medikament zugelassen.


    Ausgerechnet in der heutigen Zeit, wo eine gute Immunabwehr ausgesprochen wichtig ist und wo die Gesundheitskosten und Erkrankungen stetig zunehmen, kann nicht genug betont werden, dass Elektrosmog grundsätzlich den Organismus schwächt. Kinder sollten besonders geschützt werden, da ihr Körper im Wachstum noch anfälliger auf Strahlung ist. Trotzdem werden in der Schule zunehmend digitale Lernmethoden angewendet, die leider mit einer hohen, aber durchaus vermeidbaren Belastung durch WLAN einhergehen.

    Dass das Thema in der Bevölkerung zunehmend kritisch beurteilt wird, zeigt sich in Umfragen. Im Sommer 2019 hat eine Tamedia-Umfrage mit 12'847 Teilnehmern ergeben, dass sich eine Mehrheit der Befragten gegen einen flächendeckenden Ausbau von 5G und für ein Moratorium ausspricht. 58% der Befragten glauben, dass 5G ihrer Gesundheit schadet und 56%, dass sich die Strahlenbelastung durch die neue Technologie verändert. 45% der Befragten gehen davon aus, dass 5G Krebs auslösen kann.

    Selbst das Bundesamt für Gesundheit (BAG) spricht sich im Rahmen seiner Grundprinzipien des Strahlenschutzes für das Prinzip der Optimierung aus: "Das BAG engagiert sich dafür, dass Strahlenexpositionen der Schweizer Bevölkerung, sofern gerechtfertigt, so niedrig wie möglich sind. Damit setzt sie das international anerkannte ALARA-Prinzip um, was als Kurzwort steht für "As Low As Reasonably Achievable“ (englisch für: so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar). Ist eine mit Strahlenexposition verbundene Tätigkeit gerechtfertigt, ist als oberster Grundsatz der Optimierung jede unnötige Strahlendosis zu vermeiden." An dieser Erklärung ist die Tätigkeit des BAG zu messen.

    «Wir brauchen einen verträglichen Mobilfunk zum Schutz unseres Lebensraums.»

    Marcel Hofmann, Mitglied des Initiativkomitees, MSEE  (Master of Science in Electrical Engineering)

    Statt beliebiger Weiterausbau der Mobilfunkinfrastruktur: Intelligentere Gestaltung! 

    Der Ausbau eines neuen 5G-Netzes soll zusätzlich über 20’000 Mobilfunksendeanlagen benötigen und bis zu einer Million Geräte pro Quadratkilometer per Funk vernetzen können. Weil die nach den heutigen Anlagegrenzwerten mögliche Strahlungskapazität angeblich nicht ausreicht, fordern die Mobilfunkbetreiber eine Erhöhung dieses Grenzwertes von 6 V/m auf 20 V/m. Diese Absicht erscheint schon angesichts der bereits bestehenden Gefährdung der menschlichen Gesundheit und des Gleichgewichts unserer Umwelt unverantwortlich. Im Hinblick auf potenziell weitere, noch weitgehend unbekannte schädigende Auswirkungen und Risiken durch den Einsatz von hohen Frequenzen (sog. 5G-Millimeterwellen) ist sie geradezu fahrlässig. 

    In anderen Bereichen der Mobilität und der Kommunikation gilt das Prinzip des Abbaus vor dem Neubau. Neue Strassen oder Schienen werden nicht auf alte Strassen oder Schienen geschichtet. Auch wir als gute Schweizer Bürger und Bürgerinnen sind dazu erzogen, das Alte fachgerecht zu entsorgen, wenn wir uns etwa ein neues Auto oder Handy leisten. Analog dazu: Was in den letzten zwanzig Jahren beim Mobilfunk beliebig aufgeschichtet wurde, soll nun smarter umgestaltet werden. Selbst der Rückversicherer Swiss Re stufte den Mobilfunk 2013 und erneut 2019 als Hochrisiko-Thema ein. Dementsprechend schliessen Haftpflichtversicherer weltweit keine Versicherungsverträge zur Deckung gesundheitlicher Risiken aus dem Betrieb der Mobilfunknetze ab.

      Wenn sich die Entscheidungsträger, Hersteller und Betreiber um eine verantwortungsvolle und schonende Infrastruktur bemühen würden, wäre die flächendeckende und dauernde Bestrahlung leicht abzuschaffen. Weshalb hat jeder Mobilfunkbetreiber sein eigenes Netz? Warum müssen zum Beispiel die Antennen oder die Router nachts genauso stark strahlen wie tagsüber? Öffentliche Verkehrsmittel verkehren nachts auch nicht, und wir BürgerInnen schalten unsere Beleuchtung aus, wenn wir schlafen gehen. Mit Goodwill und Menschenverstand könnte bereits mit wenig Aufwand ein Grossteil der unnötigen Bestrahlung zurückgefahren werden. Dies hätte auch eine beträchtliche positive Auswirkung auf den Energieverbrauch. So entfallen heute knapp 10 % des weltweiten Stromverbrauchs auf das Internet. Mit der Einführung von 5G wird bis zum Jahr 2030 eine Zunahme des Stromverbrauchs um 20-50% prognostiziert – trotz Effizienzsteigerung bei den einzelnen Geräten. 

      «Mit einer intelligenten Mobilfunkversorgung müsste der Konsument bei der Smartphone-Nutzung vom eigenen Gerät weniger verstrahlt werden. Die SaferPhone-Initiative will dazu die Voraussetzungen schaffen.»

      Michael Wüthrich. 2005-2019 Grossrat des Kanton Basel-Stadt.
      2006-2019 Präsident der Umwelt-, Verkehr- und Energiekommission.

      Die Einführung von 5G verlangt einen neuen Ansatz    

      Heute findet 80% der sogenannt mobilen Kommunikation stationär von Innenräumen aus statt – im Büro, in der Werkstatt, zuhause oder in der Schule. Wir vernetzen uns also unsinnigerweise drinnen stationär über eine Antenne, die draussen steht und für Mobilität ausgelegt ist. Das ist ungefähr so, wie wenn wir auf die Strassenlaterne angewiesen wären, um unser Zuhause zu beleuchten.

      Die Funkwellen müssen also von draussen her die Gebäudemasse durchdringen, und dies möglichst bis in die Untergeschosse. Auf der einen Seite brauchen Antennen viel Energie beziehungsweise erzeugen viel Strahlung, um ins Innere zu gelangen. Auf der anderen Seite benötigen die empfangenden Geräte wie unser Smartphone oder Tablet durch die schlechte Verbindung drinnen ebenfalls viel mehr Energie und geben folglich auch eine viel grössere Strahlung ab, als wenn sie draussen benutzt werden. Aus diesem Grund werden wir von Betreibern und Behörden auf das eigene Handy als stärkster Verursacher der schädlichen persönlichen Strahlenbelastung hingewiesen. Je schlechter die Verbindung ist, desto mehr strahlt es. 

        Kürzestmögliche Funkstrecken

        «Das beste Netz für die Minimierung der Belastungen durch Mobilfunkstrahlung ist ein möglichst dichtes Netz mit schwachen Sendern», heisst es im UVEK-Bericht, an dem auch die Mobilfunkbetreiber mitgearbeitet haben.


        «(…) Ein Mobilfunknetz nach dem Kleinzellenprinzip setze die Nutzer zwei- bis zehnmal weniger den Strahlen aus als ein Netz mit klassischer Architektur. Für Vielnutzer werde die Belastung bis zu 600-mal kleiner.»

        Aus Beobachter Dez. 2019


        Viel sinnvoller wäre es doch, wenn die Aussenantennen nur noch die Nutzer im Freien versorgen müssten. Im Innern kann die Kommunikation über den Festnetzanschluss abgewickelt werden – drahtlos mit möglichst kurzer Funkstrecke und bedarfsgerechter Sendeleistung oder, noch besser, strahlungsfrei über Kabel – zum Vorteil unserer Gesundheit. Der Schutz des Wohnraums als geschützter Rückzugsort und Erholungsraum, vor allem hinsichtlich eines gesunden Schlafs, vor der zwangsweisen Strahlungsbelastung aus dem öffentlichen Mobilfunknetz ist als Prinzip gesetzlich zu verankern. Niemand soll im eigenen Lebensbereich unfreiwillig einer Funkstrahlung ausgesetzt sein. Auch private hochfrequente Strahlungsquellen, zum Beispiel WLAN-Sender, sollen daher so reglementiert und eingestellt werden, dass Nachbarn nicht davon belastet werden. 

        «Bund und Betreiberfirmen müssen im Hinblick auf Auswirkungen auf die Gesundheit und Umwelt zugunsten der Bevölkerung bzw. der Kunden unverzüglich mit der Verwirklichung des strahlungsminierenden Konzepts einer zwischen Innen- und Aussenraum getrennten Versorgung beginnen»

        Umsetzung eines nachhaltigen Mobilfunks

        Bis heute verschlossen Behörden und Mobilfunkbetreiber die Augen vor Entwicklungen und Massnahmen für eine strahlungsarme und energiesparende Mobilfunkversorgung. Noch nie gab es bei der Einführung eines neuen Mobilfunkstandards so starken Protest wie heute gegen 5G. Das Unbehagen ist seit dem Verkauf der 5G-Konzessionen durch den Bund an die Mobilfunkanbieter im Jahr 2019 in der Bevölkerung stetig gewachsen, und es mehren sich die Protestaktionen und die Opposition auf Gemeinde- und Kantonsstufe. Die Betroffenheit der Bevölkerung rührt unter anderem davon her, dass aufgrund verbreiteter praktischer Erfahrungen allmählich klar wird: Die geltenden Grenzwerte bieten den gesetzlich zugesicherten Schutz nicht, insbesondere nicht vor der Strahlungsbelastung durch adaptive 5G-Antennen. Eine Wahlumfrage von Tamedia im Mai 2019 mit 19'018 Personen aus der ganzen Schweiz ergab, dass je nach politischer Gesinnung zwischen 57 bis 70 Prozent der Befragten eine Erhöhung der Grenzwerte aufgrund der Einführung des Mobilfunkstandards 5G ablehnen. 

        Der Bundesrat scheint das Unbehagen in der Öffentlichkeit nun zur Kenntnis genommen zu haben. Am 22.4.2020 hat er entschieden, beim 5G-Ausbau mehr Vorsorge walten zu lassen und Klarheit zu schaffen. Gestützt auf Ergebnisse von Testmessungen soll das UVEK eine Vollzugshilfe für den Umgang mit den neuen adaptiven Antennen erarbeiten. Zugunsten einer beschleunigten Umsetzung der Begleitmassnahmen, welche die Arbeitsgruppe Mobilfunk und Strahlung im November 2019 in ihrem Bericht vorgeschlagen hat, besteht derzeit auf parlamentarischer Ebene eine erhöhte Aktivität. Das betrifft insbesondere das Expositions- und Gesundheitsmonitoring, die umweltmedizinische Beratungsstelle und vermehrte Forschung. Hier ist es wichtig, dass auch die umfangreiche Praxiserfahrung mit einfliesst, die im Rahmen der Mess- und Beratungstätigkeit baubiologisch ausgebildeter Fachleute erarbeitet wurde. 

        Doch mit diesen Massnahmen des Bundes ist die Gesundheit der Bevölkerung und damit auch die Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft noch keineswegs gesichert. Die Mobilfunkversorgung basiert heute immer noch auf einem 30 Jahre alten Netzkonzept, das trotz modernerer Antennentechnik und rationellerer Datenübertragung noch sehr viel unnötige Strahlung verursacht. Daher sollte unverzüglich mit der Verwirklichung eines strahlungsminimierenden Konzepts begonnen werden.

          Das im Nationalrat eingereichte Postulat 19.4043 Häberli-Koller «Nachhaltiges Mobilfunknetz» verlangt denn auch vom Bundesrat einen Bericht über die Möglichkeit der Gestaltung eines zukunftssicheren Mobilfunknetzes. Dazu gehört gemäss Nationalrätin Häberli-Koller die Schaffung eines einzigen, einheitlichen Mobilfunknetzes anstelle der separaten Netze mehrerer Betreiberfirmen. Der Ständerat hat das Postulat angenommen, der Entscheid des Nationalrats steht noch aus.


          «Der Bundesrat ist bisher nicht bereit, ernsthaft zu prüfen, welche Alternativen es zur heutigen Netzstruktur gibt. Insbesondere wäre zu untersuchen, welche Vor- und Nachteile die heutige reine Marktlösung gegenüber einer Alternative mit einem einheitlichen Mobilfunknetz hätte».

          Aus dem Postulat "Nachhaltiges Mobilfunknetz" von Nationalrätin Brigitte Häberli-Koller


          Der Bundesrat hat kundgetan, dass er die Anlagegrenzwerte zum Schutz der Bevölkerung vor nichtionisierender Strahlung zurzeit nicht verändern will. Auch wenn die bestehenden Grenzwerte unsere Gesundheit keineswegs ausreichend schützen, sind die neusten Signale zugunsten eines nachhaltigen Mobilfunks grundsätzlich zu begrüssen.

          Mit einem Glasfasernetz bis in alle Haushalte lässt sich die Effizienz unserer Kommunikationsmittel weiter verbessern und unsere Strahlenbelastung erheblich reduzieren.

          « ... Deshalb ist das St. Galler Modell zukunftsweisend. Es bringt die Daten schon heute in der emissionsfreien Glasfaser so nahe wie möglich zum Verbraucher. Zwischen dem Endgerät und der (...) Antenne befinden sich somit nur wenige Meter und kaum Hindernisse, welche die Funkwellen überwinden müssen.»

          Jürg Baumann, ehem. Chef der Sektion NIS beim BAFU, über das Potential des St. Galler Pilotprojekts; "die umwelt" 3/2015, S. 45

          Eine Volksinitiative für ein zukunftsweisendes Mobilfunknetz

          Anlässlich der Einführung von 5G ist der Zeitpunkt für eine grundlegende Weichenstellung hinsichtlich des Netzausbaus gekommen. Das Mobilfunknetz muss zukunftsgerechter gestaltet werden. Bis heute wird der Umgang mit der nichtionisierenden Strahlung vom Bundesrat alleine, in direktem Einvernehmen mit den Betreibern, geregelt. Auch wenn die Verordnung des Bundesrates über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung vom 23. Dezember 1999 (NISV) gewisse technische Änderungen erfahren hat, so ist sie doch mehr als 20 Jahre alt und basiert auf einem Wissensstand und einem Hoheitsverständnis, die mit der heutigen Realität und dem heutigen Bedarf an Transparenz nicht mehr in Einklang stehen. 


          Niels Kuster erinnern die Forderungen der Industrie nach höheren Grenzwerten an die neunziger Jahre. «Damals hiess es auch, strenge Grenzwerte würden uns Milliarden kosten und uns zurück in die Steinzeit versetzen. Dabei zwingen uns tiefe Grenzwerte, intelligente Mobilfunknetze aufzubauen, statt kurzfristig Kosten zu optimieren.»

          ETH-Professor Niels Kuster. Er hat 1999 die It’is-Stiftung für Forschung über Informationstechnologie in der Gesellschaft ins Leben gerufen. Aus "Beobachter" vom 27.09.2018 zur Veröffentlichung der NTP-Studie.

            Datenverkehr gehört heute zur Grundversorgung unserer Gesellschaft wie Strom, Wasser oder Strassen- und Schienenverkehr und muss mit entsprechenden Mitteln gestaltet werden können. Die Verantwortung im Umgang mit der NIS soll von allen Beteiligten getragen sein: Bevölkerung, Gemeinden, Kantone und Bundesparlament sollen sich konstruktiv mit der Gestaltung eines sicheren und nachhaltigen Mobilfunknetzes auseinandersetzen können. Erst durch die Verankerung in der Bundesverfassung wird der demokratische Prozess ermöglicht, der auf diesem Gebiet bisher nicht existiert hat. 

            Mit der Volksinitiative sollen die rechtlichen Voraussetzungen für ein zukunftsweisendes Mobilfunkkonzept gelegt werden, welches auf der strahlungsmindernden Trennung zwischen Innen- und Aussenraumversorgung basiert. Wird die generell per Kabel zu gewährleistende Innenversorgung mit Breitbandinternet systematisch von der Aussenversorgung getrennt, so braucht die Strahlung der Mobilfunkantennen nicht mehr die Gebäudemauern zu durchdringen. Sie muss nur noch die Nutzer im Freien versorgen. So braucht der Anlagegrenzwert nicht nur keine Erhöhung, sondern kann massiv gesenkt werden. Damit wird erreicht, dass die Antennen viel schwächer strahlen werden. 

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