Bieten die gesetzlichen Mobilfunk-Grenzwerte ausreichenden Schutz?

Drei Jahrzehnte umfangreiche Praxiserfahrungen von Umwelt- und Komplementärmedizin, Baubiologen und Elektrosmog-Schutzorganisationen sagen klar: Unsere Alltagsbelastung durch nicht­ionisie­rende Strahlung, auch Funkstrahlung, kann die Gesundheit schädigen. Doch diese Alltagsbelastung liegt meistens weit unterhalb der Grenzwerte. Das heisst, die Grenzwerte schützen uns nicht ausreichend.

Ein Überblick über die gesamte kontroverse Studienlage kommt zum gleichen Schluss: Wissenschaftliche Nachweise eines erhöhten Risikos für gesundheitliche Schäden infolge "schwacher" nichtionisierender Strahlung unterhalb der Grenzwerte sind vorhanden. – Allerdings können Risikostudien nur Versuche sein, Teilaspekte der Realität so gut wie möglich abzubilden. Weder Laborexperimente noch statistische Auswertungen von Daten aus der Praxis können die Lebenswirklichkeit befriedigend erfassen. Deshalb müssen Studien stets gründlich geprüft, interpretiert und in den Gesamtzusammenhang gestellt werden. Sonst besteht die Gefahr von Fehlbeurteilungen.

Das Warten auf den ultimativen wissenschaftlichen Beweis einer Schädlichkeit ist vergeblich. Auch die Forderung eines Nachweises der Unschädlichkeit (Umkehr der Beweislast), so verständlich sie ist, hat wenig Sinn. Beides ist aus wissenschaftlicher Sicht unerfüllbar. Daher darf sich die Politik nicht primär auf irgendwelche Studien stützen. Sie muss sich eine Gesamtsicht zu eigen machen, und dazu gehört notwendig der Einbezug der Praxiserfahrungen. Umweltmedizin, Betroffene und ihre beratenden Messfachleute müssen gleichberechtigt mitreden können. Nur dann sind verantwortungsvolle Entscheide über Grenzwerte möglich.

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