Ist ein Zusammenhang zwischen Strahlung und dem Leiden Elektrosensibler erwiesen?

Offiziell heisst es, die wissenschaftliche Studienlage zeige keinen Zusammenhang. Aus der umweltärztlichen Praxis und der baubiologischen Mess- und Beratungserfahrung folgt jedoch eindeutig, dass dieser Zusammenhang existiert.

Über Elektrosensibilität gibt es mehr als ein halbes Hundert Studien. Die meisten sind Provokationsstudien: Mit mit niederfrequenten Feldern oder hochfrequenter Strahlung soll eine Reaktion von Versuchspersonen provoziert werden. Den publizierten Ergebnissen gemäss konnten elektrosensible Probanden die Frage, ob die Strahlung EIN oder AUS ist, nicht häufiger korrekt beantworten als Nichtsensible. – Wer elektrosensible Personen kennt, den überrascht das nicht. Die Probanden müssen eine Labor-Testserie mit kurzen Strahlungsexpositionen (z.B. je 45 Minuten) unter Prüfungsstress durchstehen. Damit sind sie überfordert, vor allem nach einer strahlenbelasteten Anreise. Nach den Tests verspüren sie oft tagelang Nachwirkungen. Diese werden von der Studie nicht erfasst.

Das BAFU publizierte 2012 eine Studienübersicht dazu. Deren Autoren ziehen aus dem negativen Ergebnis der Provokationsstudien den allerdings gewagten Schluss, dass die Bevölkerung mitsamt den Elektrosensiblen vor Strahlung ausreichend geschützt sei. Im Widerspruch dazu räumen sie aber ein, dass "einzelne Menschen durch die heute zulässige EMF-Belastung kausal in ihrem Befinden beeinträchtigt werden" könnten. Sie erwähnen als Möglichkeit, Einzelfallstudien gemäss den Vorgaben der Betroffenen und bei diesen zu Hause durchzuführen. Ein derartiges Studiendesign wäre tatsächlich viel besser an das Wesen der Elektrosensibilität angepasst.

In der Umwelt- und Komplementärmedizin sowie in der baubiologischen Messpraxis seit den 90er Jahren gewonnene praktische Erfahrungen bestätigen einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Strahlung und Symptomen. Anhand dieser Erfahrungen wurden Strahlungsrichtwerte für den Schutz empfindlicher Personen am Schlafplatz entwickelt. Sie liegen um mehrere Zehnerpotenzen tiefer als die staatlichen Grenzwerte. Bis heute wurden sie in Zehntausenden Einzelfällen angewendet.  Ihre Plausibilität wird in der Messpraxis laufend überprüft.

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