Warum sind die Risiken der Mobilfunkstrahlung noch nicht allgemein anerkannt?

Weil das Wissen davon fast durchwegs unterdrückt wurde. – Erste wissenschaftliche Hinweise auf Gesundheitsschäden infolge Funkwellenstrahlung gab es um die Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie betrafen Rundfunk und Radar. Später erarbeiteten russische Forscher ein umfangreiches Wissen über Langzeitwirkungen von beruflicher Strahlungsbelastung. In den USA wusste man davon. Das bezeugen damals geheim gehaltene, jetzt freigegebene Berichte. Aber Militär, Industrie und Behörden verhinderten das Bekanntwerden des Wissens.

Mit der massiven Zunahme der Funkstrahlung seit den 1990er Jahren stieg auch die Zahl der gesundheitlich Betroffenen rapide. Ursache sind Handys, Antennen, WLAN, schnurlose DECT-Heimtelefone und viele weitere Funkquellen. Umweltärzte und besorgte Forscher warnen seit 2000 davor. Immer wieder lancierten sie Appelle, weltweit, bis heute. Die Medien berichteten darüber kaum. Zu diesem Thema übernehmen sie die Meinung von Industrie, Behörden und deren wissenschaftlichen Beratern. Der Standardsatz ist: "Gesundheitliche Auswirkungen unterhalb der Grenzwerte sind nicht erwiesen."

Die Praxiserfahrungen jedoch widerlegen diesen Satz mit überwältigender Deutlichkeit für den, der sich tiefer in das Thema einarbeitet. Die Bevölkerung ist denn auch gespalten: Wer die Strahlung nicht spürt, mag geneigt sein, deren Risiken auszufiltern. Wer jedoch selber unter der Strahlung leidet oder sich aktiv informiert, erlebt das Thema als greifbare, zuweilen erschütternde Wirklichkeit. Die wachsende Polarisierung, erkennbar am inflationären Einsatz von Begriffen wie Fake News und Verschwörungstheorie, verhindert, dass differenziertere, das Erfahrungswissen spiegelnde Meldungen an die Öffentlichkeit durchkommen.

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